Methode

Schimpfwörter entkräften

Eine paradoxe Intervention: Es wir offen über Schimpfwörter gesproche, durch ihre Dekonstruktion wird ihnen die Wirkmacht genommen.

45 Minuten

6 - 10 Jahre, 11 - 16 Jahre

1- 5 Personen, 5 - 15 Personen

Themen
Mobbing, Respekt
Phase
Thema einführen
Sozialform
Plenum
Rolle der Gruppenleitung
Element 185
Personale Kompetenz
Reflexionsfähigkeit , Selbstregulation und Frustrationstoleranz
Mehr
Element 186
Sozial-kommunikative Kompetenz
Perspektivenwechsel
Mehr
Element 31
Methodische Kompetenz
Deliberations- und Abwägungskompetenz
Mehr
Element 184
Demokratische Werte und Einstellungen
Respekt vor Umwelt und Leben
Mehr
Anmerkungen

 

Materialien
  • keine
Ablauf

1. Die Gruppenleitung bittet die Teilnehmenden, ein Brainstorming über die häufigsten
Schimpfwörter und Beleidigungen durchzuführen, die sie kennen oder selbst gehört haben.

2. Diese werden in Kategorien eingeteilt (mögliche Kategorien: Tiere, Aussehen, Sexualität,
Religion, Intelligenz, soziale Herkunft, ethnische Herkunft, Fäkalien, usw.).

3. Anschließend werden die Wörter dekonstruiert: Was bedeuten sie eigentlich genau? Warum sind sie beleidigend, in
welchem Zusammenhang und für wen? Warum werden sie von verschiedenen Personen als Beleidigung verwendet? Die

Teilnehmer*innen können dann darüber nachdenken und diskutieren, wie sie auf verschiedene Schimpfwörter reagieren

könnten, zum Beispiel indem sie Fragen stellen oder das Schimpfwort nicht als Beleidigung auffassen. Wenn zum Beispiel

das Wort „Schwein“ verwendet wird, kann eine Antwort gegeben werden: „Ein Schwein ist nützlich, intelligent und sauber.

Was gibt es also an einem Schwein zu beleidigen?“

Dies bildet die Grundlage für mögliche Reaktionen, Gegenrede oder Alternativrede. In erster Linie geht es aber darum, die
emotional auffälligen Beleidigungen kognitiv zu reflektieren und damit ihre Wirkung zu reduzieren.

Reflexion

 

Varianten

 

Mehr zur Methode

Die Übung eignet sich besonders für die Sozial- und Jugendarbeit, weil sie an der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen
ansetzt und dadurch leichter zugänglich ist. Die formalen Anforderungen sind eher gering, auch wenn es in einem rein

bilateralen Gespräch nicht einfach ist. Kleine Gruppen von Jugendlichen, die sich kennen, sind am besten geeignet. Ein

gewisses gegenseitiges Grundvertrauen ist für die Übung notwendig, ebenso wie Vertrauen gegenüber der Gruppenleitung.

Quelle

© Europarat, 2021