Methode

Mülleimer der Gerechtigkeit

Die Teilnehmenden werden in das Konzept der Chancengerechtigkeit eingeführt.

90 Minuten

6 - 10 Jahre, 11 - 16 Jahre

5 - 15 Personen, Über 15 Personen

Themen
Demokratie, Gerechtigkeit, Gutes Leben, Menschenrechte
Phase
Thema einführen, Informationen strukturieren
Sozialform
Plenum
Rolle der Gruppenleitung
Element 185
Personale Kompetenz
Reflexionsfähigkeit , Analytisches und kritisches Denken, Selbstregulation und Frustrationstoleranz
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Element 186
Sozial-kommunikative Kompetenz
Perspektivenwechsel
Mehr
Element 31
Methodische Kompetenz
Problemlösekompetenz, Deliberations- und Abwägungskompetenz
Mehr
Element 184
Demokratische Werte und Einstellungen
Menschenwürde und Menschenrechte, Gleichheit, Fairness und Rechtstaatlichkeit, Gemeinwohlorientierung und Solidarität
Mehr
Anmerkungen

 

Materialien
  • Mülleimer
  • Schmierpapier
  • Tafel (Auswertung)
Ablauf
  1. Die Teilnehmenden formen je 3 Papierkugeln aus Papier (Schmierpapier). Tische und Stühle
    werden an die Seite gestellt. Dann werden die Teilnehmenden aufgefordert, bei jedem der drei
    Durchläufe im Raum kreuz und quer umherzugehen. Auf das Kommando „Stopp“ bleiben
    sie stehen. Die Gruppenleitung läuft ebenfalls mit einem leeren Papierkorb umher und zwischen
    den Teilnehmenden hindurch.
  2. Durchlauf 1: Während alle Teilnehmenden stehen, durchquert die Gruppenleitung den Raum und bleibt in der anderen
    Ecke des Zimmers stehen und stellt den Mülleimer dort ab.
    Die Teilnehmenden sollen nun ihre Papierkugeln in den Mülleimer werfen und versuchen zu treffen.
    Wenn alle fertig sind, setzen sich alle erneut in Bewegung.
  3. Durchlauf 2: Während alle Teilnehmenden stehen, geht die Gruppenleitung an einen Ort, der nur für einige wenige
    erreichbar und sichtbar ist. Zum Beispiel aus der geöffneten Tür hinaus in den Flur und bleibt
    dort stehen.
    Die Teilnehmenden sollen nun erneut ihre Papierkugeln in den Mülleimer werfen und versuchen zu
    treffen. Wenn alle fertig sind, setzen sich alle erneut in Bewegung.
  4. Durchlauf 3: Während alle Teilnehmenden stehen, stellt sich die Gruppenleitung in die Mitte der Gruppe und versucht,
    denjenigen, denen Sie gegenübersteht, entgegenzukommen und mit dem Mülleimer diegeworfenen Kugeln aufzufangen.
Reflexion

1.

Wie oft habt ihr getroffen?

Wie ging es euch dabei?

Wann war es für euch leichter, wann schwerer den Mülleimer zu treffen?

Visualisierungsmöglichkeit: Tafel oder Flipchart mit gemaltem Mülleimer in der Mitte.
Zu jeder Frage Antworten stichpunktartig an der Tafel notieren.

Welches Setting bzw. Durchlauf fandet ihr besonders ungerecht und welche gerecht?

2.

Wurden alle gleich behandelt oder gab es Benachteiligung?
Hattet ihr alle die gleichen Chancen zu treffen?

3.

Wie wäre es gerechter gewesen?

Anhand der gesammelten Erfahrungen können die Begriffe „Gleichheit“ und
„Gerechtigkeit“ noch einmal herausgearbeitet und definiert werden.
Dazu schreiben die Gruppenleitenden die beiden Begriffe auf und fragen, wann im Spiel alle gleich
behandelt wurden und wo sich die Teilnehmenden gerecht oder ungerecht behandelt gefühlt haben.

Aus einer solchen Sammlung lässt sich ableiten, dass zur Herstellung von
Chancengleichheit manchmal Menschen individuelle Unterstützung brauchen. Auf Ebene
des Spieles bedeutet das, dass zum Beispiel Teilnehmende, die sehr weit weg vom Mülleimer stehen
noch fünf Schritte gehen dürfen bevor sie werfen. Was für Personen, die nah am Mülleimer stehen,
nicht nötig ist. Erst dann hätten sie die gleichen Chancen den Mülleimer zu treffen. Dieses
Bild lässt sich auf die Lebenswelt (z.B. das Bildungssystem) übertragen. Zur
Unterstützung der Begriffsklärung können die Bilder unter „Weiterbearbeitung“ verwendet
werden.

An dieser Stelle kann auch die Verteilungsgerechtigkeit mit dem Befähigungsansatz heruntergebrachten und vergleichen werden (Siehe John Rawls Theorie der Gerechtigkeit und Amartya Sens Befähiungsansatz:)

 

Varianten

 

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