Methode

Redensarten Bewegungstheater

Durch Bewegungsimprovisation internationale Sprachkompetenz entwickeln & kulturelle Vielfalt fördern

60 Minuten

6 - 10 Jahre, 11 - 16 Jahre, 17 - 21 Jahre

1- 5 Personen, 5 - 15 Personen

Themen
Flucht und Migration, Identität, Vorurteile abbauen
Phase
Gruppe aktivieren, Beziehung aufbauen , Entdeckungen präsentieren, Anerkennung erfahren
Sozialform
Gruppenarbeit
Rolle der Gruppenleitung
Erklärend- Mitspielend
Element 185
Personale Kompetenz
Reflexionsfähigkeit , Kreativität
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Element 186
Sozial-kommunikative Kompetenz
Kommunikationsfähigkeit, Kooperations-Teamfähigkeit, Perspektivenwechsel, Transkulturelle Kompetenz
Mehr
Element 31
Methodische Kompetenz
Informationsmanagement, Planungs- und Organisationsfähigkeit
Mehr
Element 184
Demokratische Werte und Einstellungen
Wertschätzung kultureller Vielfalt
Mehr
Anmerkungen

Ein aktivierendes, amüsantes Bewegungsspiel, dass Kinder und Jugendliche dazu anregt, sich mit ihrer kulturellen Identität und Muttersprache auseinanderzusetzen. Die Übung erfordert etwas Abstraktionsvermögen und Kreativität, sodass die optimale Altersgruppe zwischen 9 und 21 Jahren liegt. Zudem empfiehlt es sich, diese Übung mit Kindern und Jugendlichen zu machen, die sich schon etwas kennen und gerne tanzen/ sich bewegen.

Materialien
  • Eine Musikbox
Ablauf

Der erste Teil der Übung funktioniert ähnlich wie beim Stopptanz:

die Teilnehmenden bewegen sich zur Musik frei laufend oder tanzend durch den Raum. Es sollte eine Musik mit einem einfachen Beat im 4/4 Takt gewählt werden. Die Kinder und Jugendlichen werden aufgefordert in jede Ecke des Raumes zu gehen und ihre Umgebung zu erkunden. Die Gruppenleitung zeigt Ihnen danach unterschiedliche Arten, sich zur Musik zu bewegen: im Takt laufen, doppelt so schnell wie der Takt laufen oder halb so schnell, mit Pausen zum Takt laufen, sich frei zum Takt bewegen wie man will. Nach dieser Sequenz pausiert die Gruppenleitung die Musik und erklärt den Kindern und Jugendlichen das Spiel anhand eines Beispiels. Sie/ Er fragt die Gruppe: „Wer von euch kennt die Redensart: dir könnte ich ja die Ohren lang ziehen ?“  Die Gruppenleitung bittet einen Teilnehmenden freiwillig vorzutreten und ihr nun leicht an den Ohrläppchen zu ziehen. Die Gruppenleitung verzieht dabei ulkig das Gesicht. Die Gruppe reagiert häufig mit einem Lachen, und das ist gut: Anfängliche Nervosität wird abgebaut, in dieser Übung geht es um Spaß und Freude miteinander. Die Gruppenleiterin erklärt, dass die Gruppe nun unterschiedliche Redensarten aus unterschiedlichen Sprachen und Kulturen erforschen wird, die sich in Bewegung umsetzen lassen. Dafür teilt die Gruppenleiterin die Gruppe in Paare ein, die jeweils zu zweit eine Redensart in Bewegung umsetzen werden, sobald die Musik stoppt. die Teilnehmenden werden dazu aufgefordert, sich während der laufenden Musik nicht aus den Augen zu verlieren und miteinander zu tanzen. Bei Musikstopp liest die Gruppenleitung laut verschiedene Redensarten vor, die die Paare zusammen in eine eingefrorene Bewegung ( stille Bewegung) umsetzen. Diese lauten

 

  • Jemanden an der Nase herum führen
  • jemandem die Ohren lang ziehen
  • jemandem den Buckel runter rutschen
  • jemanden auf den Arm nehmen
  • jemanden aufs Kreuz legen
  • jemandem die Augen verdrehen.Nachdem die Gruppe all diese Bewegungen umgesetzt hat, kommt sie wieder in einem Kreis zusammen.
Reflexion

Die Gruppenleitung erklärt, dass  Redewendungen meistens eine bildliche Bedeutung haben und eine Erfahrung oder ein Gefühl mitteilen sollen, das jemand mit dieser Muttersprache gemacht hat. In fast allen Sprachen gibt es solche Redewendungen. Die Teilnehmenden sollen nun sich wieder zu zweit mit ihrem Partner zusammen finden und darüber nachzudenken, ob sie noch andere Redewendungen aus ihrer Muttersprache kennen, die sie in Bewegung umsetzen könnten.

Varianten

Varianten: die einzelnen Paare, die neue Redewendungen in ihrer Muttersprache gefunden haben, übernehmen nun jeweils die Gruppenleitung. Sie stoppen die Musik und tragen ihre gefundene Redewendung laut vor. Die Gruppe, wieder zu zweit eine eingefrorene Bewegung dazu zu finden. Als letztes zeigt die Gruppenleitung ihre eigene eingefrorene Bewegung. Danach gibt es wieder eine neue Gruppenleitung, usw.

Mehr zur Methode

Diese Methode unterstützt Kinder und Jugendliche darin, sich mit ihrer eigenen kulturellen Identität auseinanderzusetzen und dafür Anerkennung zu erfahren. Kinder und Jugendliche mit einem bikulturellen Hintergrund können deutschen Kamerad*innen etwas über ihre Kultur vermitteln und zeigen, ohne sich anpassen zu müssen, indem sie die Redewendungen ihrer Kultur der Gruppe vorstellen.

Quelle

Kreative Bewegungserziehung – Bewegungstheater ; Neuber, Nils · Aachen: Meyer & Meyer (Verlag), 2000, S.86